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Kira startet durch

von Sarah Baumgärtner aus Löchgau

Alles kommt auf einmal, findet Kira. Erst eine neue Freundin, dann Streit mit ihren alten Freundinnen. Ob sich das wieder gibt? Fußball und Karate nehmen die Freizeit in Anspruch. Muss sie aufhören? Und schließlich findet sie einen Jungen süß. Aber wie findet er sie? Anschließend beginnt eine Reihe von Unfällen. Finden sie den Täter? Wird sie es meistern können?

Preis: 10,90 €
voraussichtlicher Erscheinungstermin Juli 2017

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Leseprobe

Sommerferien vorbei.
Es ist wieder einmal Montag, der erste Schultag, die Ferien sind vorüber. Der Wecker klingelt und ich fahre aus dem Bett hoch.
„Blödes Ding. Wo bist du?“, fragend blicke ich auf meinen Nachtisch: „Ach, ich hatte dich ja in meine Schreibtischschublade gelegt, damit ich auf jeden Fall aufwache.“
Ich rappel mich aus dem Bett hoch und schaltete meinen Wecker aus. Es ist noch ruhig, meine Geschwister schlafen noch, leise schleiche ich ins Bad und ziehe mich an.
Ich bin Kira, Kira Schniz und habe zwei Geschwister Luk und Nora. Meine Eltern heißen Stefan und Karin, mein, eher unser Hund Hero. Ich habe braune Haare und Augen, nichts besonderes also.
Als ich fertig bin, stürmen schon meine Geschwister herein.
„Guten Morgen!“, ruft Luk, mein kleiner Bruder mir entgegen. Er hat blond-braunes Haar und blaue Augen. So blau wie das Meer, obwohl das kann ich nicht so genau sagen, da ich noch nie am Meer war.
Und: „Gut geschlafen?“, das ist meine kleine Schwester Nora, mit blau-grauen Augen und hellbraunem Haar. Meistens trägt sie lila- oder rosafarbene Kleidung.
„Na, guten Morgen ihr kleinen Racker, gut geschlafen?“ Ich kämpfe mich an meinen Geschwistern vorbei auf den Flur und gehe die Treppe hinunter. Am Frühstückstisch warten bereits meine Eltern auf mich. Beide sind mittelgroß und braunhaarig.
„Guten Morgen mein Schatz, freust du dich auf die Schule?“
„Guten Morgen Mama, geht, ich hätte lieber noch ein paar Wochen Ferien. Morgen Papa.“
Mein Vater, der mich wie immer noch nicht bemerkt hat, schaut kurz von seiner Zeitung auf und nuschelt ein kaum verstehbares: „Guten Morgen“.
Das ist normal, um diese Zeit, ist er nie besonders gut gelaunt. Ich schnappe mir ein Brötchen aus dem Brotkorb, beschmiere es mit Marmelade und beiße genüsslich hinein. Jetzt kommen auch Luk und Nora die Treppe herunter gepoltert und setzen sich zu uns. Ich verschlinge den Rest meines Brötchens, gehe in die Küche, nehme mein Vesper und mein Trinken und stecke es in meinen Ranzen. Schließlich fülle ich noch Heros Fress- und Trinknapf auf, bevor ich in meine Turnschuhe und Jacke schlüpfe und den Ranzen aufziehe.
„Tschau“, rufe ich bevor sich die Türe hinter mir schließt. Schnell laufe ich zur Bushaltestelle und warte auf den Bus, der selbst am ersten Schultag zu spät kommt. Mein Schulweg ist nicht sehr spannend. Wir kommen nur an Bäckereien, Einkaufsläden, Reisebüros und vielen, vielen Häusern vorbei. Und meistens hält der Bus auch noch am Bahnhof. Den Tunnel dürfen wir auch nicht vergessen.
In der Schule angekommen, sind meine Freundinnen Ann-Kathrin, ein richtiger Arier, und Rebekka schon da. Rebekka hingegen hat braune Augen und Haare wie meine Schwester. Beide spielen für ihr Leben gerne Fußball. Zusammen suchen wir unser Klassenzimmer und ergattern sogar noch drei Plätze in der zweiten Reihe. Zum Glück! Ich hätte keine große Lust verspürt alleine sitzen zu müssen. Auf dem viertem sitzt eine Neue, die niemand kennt.
Um Punkt acht Uhr kommt Frau Müller herein, unsere neue Klassenlehrerin. „Guten Morgen Klasse 7b.“ begrüßt Frau Müller uns. „Ich hoffe, ihr hattet alle schöne Ferien und habt euch gut erholt. Wie jedes Jahr überprüfen wir jetzt erst einmal, ob alle angekommen sind.“
Frau Müller liest alle Namen ihrer Schülerinnen und Schüler vor. Währenddessen trudeln auch noch die restlichen Schüler ein. Es ist immer ein bisschen chaotisch. Vor allem, weil wir

neu zusammen gewürfelt wurden und keiner weiß, wohin er muss. Da kommen öfter Fehler vor.
Es stellt sich heraus, dass die Neue Kathrin heißt. „Kathrin, wärst du mal so nett und würdest dich den anderen vorstellen?“
Kathrin steht auf und geht nach vorne: „Ich heiße Kathrin Hahn und bin zwölf Jahre alt, ich spiele Fußball und wohne in Hessigheim. Davor wohnte ich in Bayern in der Nähe von Nürnberg.“ Aha, sie kommt also aus Bayern, aber warum ist sie dann hier? Ich melde mich und werde auch gleich von Frau Müller aufgerufen: „Ja Kira.“
„Warum seid ihr umgezogen?“ Kathrin überlegt kurz, das sieht man ihr an: „Mein Vater musste wegen seiner Arbeit hierher, ich wollte eigentlich gar nicht mit.“
Jetzt sah sie ziemlich traurig aus, warum war ich nur so neugierig? Hoffentlich findet sie bald Freunde. Es ist blöd alleine zu sein. Sonst sieht sie eigentlich ganz nett aus. Mit blonden Haaren und braunen Augen, das ist selten. Die meisten Leute haben entweder dunkle Augen und dunkle Haare oder beides ist hell.
Als es klingelt, stürmen alle aus dem Zimmer, außer Kathrin. „Würdest du auch bitte raus gehen?“, fragt Frau Müller sie.
Langsam geht sie zur Türe, an der ich noch stehe: „Willst du mit mir mitkommen?“, frage ich sie und nehme ein kaum merkbares Nicken war.
Also laufen wir zusammen auf den Hof, wo bereits Ann-Kathrin und Rebekka auf mich warten. „Warum hast du denn die mitgebracht?“, ist die erste Frage, als ich, wir ankommen. „Warum denn nicht, was ist daran denn so schlimm?“
Mürrisch schauen die zwei mich an.
„Ich kann auch gehen, wenn ihr wollt.“, das ist Kathrin, die sich nun überflüssig fühlt. Langsam entfernt sie sich von uns.
„Was sollte denn das jetzt?“, ich bin sauer, wie man so mit jemandem neuen umgehen kann. „Warte“, rufe ich und laufe ihr hinterher.
Als es klingelt drängen sich die Schüler durch die Eingangstüre der Realschule.
Ach so, das hatte ich ja ganz vergessen, Ann-Kathrin, Rebekka und ich sind seit dem Kindergarten miteinander befreundet. Zusammen gingen wir in die Grundschule und jetzt seit zwei Jahren hier auf die Maximilian-Lutz-Realschule in Besigheim und wir wohnen alle in Löchgau. Seit Anfang der Sommerferien bin ich ihnen nicht mehr so wichtig und nur noch Nebenrolle. Warum sie sich jetzt so aufgeführt haben, weiß ich nicht. Aber ich find es einfach fies und unfair.
Ich bin jetzt schon in der siebten Klasse und Luk in der fünften, Nora in der zweiten. Wahnsinn!
Wir schieben uns durch das Eingangstor und steuern auf unser Klassenzimmer zu. Wir setzten uns auf unsere Plätze und Frau Müller betritt wieder den Raum.
Sie verkündet: „So, jetzt möchte ich euch euren Stundenplan mitteilen.“ Sie nimmt ein Stück Kreide und geht zur Tafel. Blöd, dass ich Franz gewählt habe. Ich hätte lieber Mensch und Umwelt (MUM) wählen sollen, wie Ann-Kathrin und Rebekka, dann wäre ich jetzt nicht alleine. Kathrin scheint auch Franz gewählt zu haben, denn sie schreibt es mit ab. Das ist gut, dann bin ich nicht ganz allein. Auch wenn ich Kathrin noch nicht so gut kenne.
Der Stundenplan ist eigentlich ganz Ok. Zum Glück fällt in der ersten Woche der Nachmittagsunterricht aus, sonst hätte ich heute schon.
Endlich, die Schule ist aus. Viel haben wir heute ja noch nicht gemacht, aber das ist immer so. Ein neues Schuljahr beginnt langsam. Ich laufe zur Bushaltestelle und warte. Rebekka und

Ann-Kathrin stehen ein bisschen abseits. Ich glaube, sie sind immer noch sauer auf mich. Na ja, egal. Das renkt sich schon wieder ein. Ich hoffe es zumindest.
Als ich zu Hause ankomme, sind Luk und Nora schon da. Es gibt Essen und anschließend verschwinde ich in meinem Zimmer. Es ist sehr groß. Mein Schreibtisch steht am Fenster. Gleich neben der Tür steht ein Sofa mit Tisch und einem Sitzsack. Manchmal stelle ich auch mein kleines Trampolin auf. Als erstes fertige ich eine Liste an mit Schulsachen, die ich benötige. Schließlich, kurz vor drei, schnappe ich mein Fahrrad und radle zum Schreibwarenladen im Ort.
Wieder daheim angekommen, packe ich meinen Ranzen für Morgen. Jetzt muss ich auch noch alle Sachen beschriften! Oh, nee. Dazu habe ich jetzt eigentlich keine Lust. Aber es muss eben sein. Als ich endlich fertig bin, laufe ich hinaus in den Garten zu Nora und Luk.

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